Viele Menschen sind überzeugt, an einer „Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität“ (NCGS) zu leiden und ernähren sich daher glutenfrei. Bei einem verblindeten Provokationstest führen glutenhaltige Nahrungsmittel aber nur bei den wenigsten tatsächlich zu Symptomen. Dies ergab eine Studie, die in der Fachzeitschrift „Neurogastroenterology & Motility“ publiziert wurde (1,2).

An der norwegischen Untersuchung nahmen 20 Personen zwischen 21 und 62 Jahren teil, die überzeugt waren, an einer NCGS zu leiden und sich seit mindestens sechs Wochen glutenfrei ernährten. Zöliakie, Weizenallergie, Laktoseintoleranz oder entzündliche Darmerkrankungen waren als Ursache der Beschwerden zuvor ausgeschlossen worden.
An vier Tagen, mit jeweils drei Tagen Pause dazwischen, bekamen die Studienteilnehmer täglich zwei Muffins – einer mit 5,5 g Gluten, der andere ohne Gluten. Anschließend füllten sie Fragebögen zu typischen Reizdarmsymptomen aus, da diese denen des NCGS sehr ähneln. Auf einer Skala von 0 bis 10 beurteilten sie unter anderem Symptome wie Übelkeit, Blähungen, Magenschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Anorexie und Bauchschmerzen.
Das Ergebnis: Die meisten Teilnehmer verspürten deutlich mehr Symptome, nachdem sie den glutenfreien Muffin gegessen hatten. Nur vier Teilnehmer reagierten tatsächlich auf die Glutenbelastung mit entsprechenden Symptomen – bei den anderen 16 vermuten die Autoren andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Quellen:

1. H. F. Dale et al; The effect of a controlled gluten challenge in a group of patients with suspected non‐coeliac gluten sensitivity: A randomized, double‐blind placebo‐controlled challenge; Neurogastroenterology & Motility (2018); DOI: https://doi.org/10.1111/nmo.13332
2. Glutensensitivität: Die meisten Betroffenen reagieren stärker auf Placebo als auf Gluten. Deutsches Ärzteblatt
 

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