Wer sich überwiegend von Bio-Nahrungsmitteln ernährt, hat möglicherweise ein geringeres Krebsrisiko als Käufer konventionell hergestellter Lebensmittel. Diesen Zusammenhang konnte eine französische Kohortenstudie am deutlichsten für Lymphome zeigen.

Im Rahmen der NutriNet-Santé-Kohortenstudie haben seit 2009 auf einer Internet-Plattform insgesamt 68.946 Franzosen im mittleren Alter von 44,2 Jahren einen ausführlichen Fragebogen zu ihren Ernährungsgewohnheiten ausgefüllt. Dort wurde auch nach dem Verzehr von 16 Bio-Nahrungsmitteln gefragt.
In der noch relativ kurzen Nachbeobachtungszeit von 4,5 Jahren ist es zwar erst zu 1.340 Krebserkrankungen gekommen. Dennoch deutet sich bereits eine niedrigere Krebsrate bei den Einkäufern von Bio-Produkten an. Das Viertel mit dem höchsten Bio-„Food-Score“ erkrankte zu 25 % seltener an Krebs als das Viertel, das am seltensten zu Biokost gegriffen hatte (HR 0,75).
Am deutlichsten war der Unterschied bei den Lymphomen, die bei den Bio-Konsumenten zu drei Viertel seltener auftraten (HR 0,24). Das Risiko für Non-Hodgkin-Lymphome war sogar um 86 % reduziert (HR 0,14). Lymphome haben in letzter Zeit deutlich zugenommen und es wird ein Einfluss von Umwelteinflüssen diskutiert. Auch eine reduzierte Rate an postmenopausalen Mammakarzinomen war nachweisbar (HR 0,66).
Ursache der Schutzwirkung könnte ein geringerer Gehalt an krebsauslösenden Pestiziden in Bio-Nahrungsmitteln sein. Ein Beweis, dass Bio-Nahrungsmittel tatsächlich unabhängig von anderen Faktoren vor Krebs schützen, liegt damit aber noch nicht vor, schreiben die Autoren. Andere Faktoren wie körperliche Bewegung, insgesamt gesunde Ernährung und ein normales Körpergewicht hätten wahrscheinlich eine wesentlich stärkere protektive Wirkung.

Quellen:

  1. Baudry J et al. Association of Frequency of Organic Food Consumption With Cancer Risk Findings From the NutriNet-Santé Prospective Cohort Study. JAMA Intern Med 2018: doi:10.1001/jamainternmed.2018.4357
  2. Studie: Bio-Nahrungsmittel könnten vor Krebs, insbesondere vor Lymphomen schützen. Deutsches Ärzteblatt, 23.10.2018
     
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