Wenn sich ein Patient ungesund ernährt, könnte das an seinem sensiblen Geschmackssinn liegen. Sogenannte „Super-Taster“ empfinden bestimmte Gemüsesorten als zu bitter.

Geschmack hat auch etwas mit Genetik zu tun. Jeder erbt zwei Kopien des Gens TAS2R38. Handelt es sich bei beiden um die AVI-Variante, lassen einen verschiedene Bitterstoffe kalt. Menschen mit der Konstellation AVI/PAV nehmen diese Noten immerhin wahr. Wer aber die PAV-Variante doppelt abbekommt, gilt als „Super-Taster“. Einige Lebensmittel schmecken dann außergewöhnlich bitter. „Wir reden hier von einem Ruiniert-deinen-Tag-Grad an Bitterkeit“, erklärte Dr. Jennifer L. Smith von der University of Kentucky School of Medicine in Lexington.

In einer Studie werteten die Forscherin und ihr Team Fragebogen zum Essverhalten von 175 Personen im mittleren Alter von 52 Jahren aus. Ging es um den Gemüsekonsum, fanden sich diejenigen mit der PAV/PAV-Genvariante häufiger in der unteren Hälfte des Rankings. Ärzte müssen in einer Ernährungsberatung also das Geschmacksempfinden berücksichtigen, so die Kollegin aus Kentucky.

Ein Super-Gaumen führt beispielsweise dazu, dass Brokkoli und Rosenkohl unangenehm bitter schmecken. Womöglich sind auch dunkle Schokolade, Kaffee und sogar Bier ungenießbar. Von den genetischen Informationen erhoffen sich die Forscher, irgendwann angepasste Tipps geben zu können: Welches Gemüse wird eher akzeptiert? Welche Gewürze machen das Essen ansprechender? 

Quelle: AHA* Scientific Sessions 2019

* American Heart Association

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