Stressereignisse in der Kindheit stehen im Verdacht, eine Rolle bei der späteren Entwicklung von Asthma, Hautkrankheiten oder allergischen Sensibilisierungen zu spielen.

Dramatische Lebensereignisse wie der Tod eines Angehörigen, schwere Erkrankungen eines Familienmitgliedes oder die Trennung der Eltern, aber auch harmlose Ereignisse wie beispielsweise ein Umzug stehen im Verdacht, das Allergie-Risiko bei betroff enen Kindern zu erhöhen. Die zu Grunde liegenden Mechanismen sind allerdings ungeklärt.

In einer aktuellen deutschen Studie wurden erstmals Stressereignisse in den frühen Lebensjahren innerhalb einer großen epidemiologischen Studie mit Hilfe von Immunmarkern und Neuropeptiden untersucht. Blutproben von 234 sechsjährigen Kindern sowie verschiedenste soziale Faktoren wurden analysiert.

Bei Kindern, deren Eltern sich innerhalb des letzten Jahres getrennt hatten, fanden die Forscher erhöhte Blutkonzentrationen des Neuropetides VIP (Vasoaktives intestinales Peptid) sowie erhöhte Konzentration von Immunmarkern, die mit der Auslösung allergischer Reaktionen verbunden sind, wie das Zytokin IL-4. Auch nach einem Umzug erhöhten sich die Konzentrationen des Stresspeptides VIP im Blut der Kinder.

Schwere Krankheiten oder der Tod von nahen Verwandten führten dagegen zu keinen auffälligen Veränderungen. Auch Arbeitslosigkeit der Eltern war nicht mit erhöhten Stresspeptidkonzentrationen im Blut der Kinder assoziiert.

Für die Praxis: Ein Umzug oder die Trennung der Eltern kann bei Kindern das Risiko deutlich erhöhen, später an einer Allergie zu erkranken. Der Botenstoff VIP aus der Gruppe der Neuropeptide könnte eine Vermittlerrolle zwischen Stressereignissen im Leben und der Immunregulation einnehmen.

G. Herberth et al., Ped. All. Imm. 2008; epub, doi: 10.1111/j.1399-3038.2008.00727.x

 
aus © MMA, Medical Tribune • 40. Jahrgang • Nr. 36/2008
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