Übergewicht belastet das Kniegelenk und erhöht das Arthroserisiko. Umgekehrt kann mit einer konsequenten Gewichtsabnahme eine beginnende Gonarthrose offenbar gestoppt werden. Dabei gilt: Je mehr Kilos purzeln, desto besser.

Argumente, warum man abnehmen sollte, gibt es viele. Nun kommt ein Neues dazu: Mit einer deutlichen Gewichtsreduktion lässt sich das Fortschreiten einer beginnenden Gonarthrose aufhalten, wie die Radiologin Dr. Alexandra Gersing, eine PostDoc-Studentin von der University of California, San Francisco (UCSF), School of Medicine, und ihre Kollegen anhand einer Magnetresonanztomografie-basierten Analyse gezeigt haben (Alexandra S. Gersing et al., Radiology 2017, online 2. Mai ).

Gersing und ihre Kollegen hatten bei insgesamt sechshundertvierzig übergewichtigen beziehungsweise adipösen Personen (BMI ≥ 25 bzw. 30 kg/m2) zweimal im Rahmen einer MRT-Untersuchung den Zustand des Knorpels und der Menisken im rechten Kniegelenk anhand einer halb-quantitativen Methode, dem WORM (Whole-Organ Magnetic Resonance)-Score – beurteilt, einmal zu Studienbeginn sowie achtundvierzig Monate später. Die Untersuchungen wurden mit einem 3-Tesla-Magnetresonanztomografen durchgeführt.

Im Laufe von vier Jahren

Die Teilnehmer stammten ursprünglich aus der Osteoarthritis-Initiative, einer prospektiven multizentrischen Kohortenstudie, die Aufschluss darüber geben soll, wie der Gonarthrose besser vorzubeugen beziehungsweise wie sie zu behandeln ist. An der Studie nahmen gesunde Menschen mit und ohne Risikofaktoren für eine Kniegelenksarthrose ebenso teil wie Menschen mit symptomatischer Arthrose.

Um den Effekt des Körpergewichts auf die Gelenkgesundheit beurteilen zu können, haben die US-amerikanischen Radiologen die Probanden in Abhängigkeit ihrer Gewichtsentwicklung in drei Gruppen unterteilt: In eine Gruppe kamen die Probanden, die innerhalb der achtundvierzig Monate mehr als zehn Prozent ihres Körpergewichts abgenommen hatten (n = 82).

Teilnehmer mit einer Gewichtsabnahme zwischen fünf Prozent und zehn Prozent sowie Probanden ohne Gewichtsabnahme stellten die beiden anderen Gruppen. Von der Studie ausgeschlossen wurde, wer an rheumatoider Arthritis erkrankt war, zu Anfang einen BMI unter 25 kg/m2 hatte oder im rechten Knie eine höhergradige Arthrose (Kellgren-Lawrence-Score > 3).

Tatsächlich ließ sich nach Ablauf der vier Jahre ein deutlicher Unterschied hinsichtlich des Knorpelzustandes feststellen.

Weniger Körpergewicht punktet

Bei den Teilnehmern, die zwischen fünf Prozent und zehn Prozent ihres Körpergewichtes verloren hatten, verschlechterte sich der WORM-Score in deutlich geringerem Maße (1,6; 95 %-Konfidenzintervall (KI) 1,3–1,9) als bei den gewichtsstabilen Probanden (2,3; 95 %-KI 2,0–2,7).

Bei den Probanden, die mehr als zehn Prozent ihres Gewichtes verloren hatten, blieb der WORM-Score sogar konstant (1,0; 95%-KI 0,6–1,4).

Zudem zeigte sich ein eindeutiger dosisabhängiger Zusammenhang: Mit jedem Prozent Körpergewicht weniger verringerte sich innerhalb der achtundvierzig Monate der WORM-Score-Anstieg um 0,2 Punkte.

Viel hilft viel

Eine Gewichtsreduktion kann offenbar protektiv auf den Gelenkknorpel und die Menisken im Kniegelenk wirken, wobei der Effekt umso stärker ausfällt, je größer die Gewichtsabnahme ist, so das Resümee der US-amerikanischen Radiologen.

Die Studienautoren werten daher die Gewichtsreduktion als effektive Therapieoption bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger Gonarthrose sowie Patienten mit erhöhtem Gonarthroserisiko.

> 10 Prozent verlorenes Gewicht und die Knorpel sowie die Menisken zeigten innerhalb von vier Jahren keine Verschlechterung.

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