Das Reizdarm-Syndrom mit Bauchschmerzen und Durchfall lässt sich relativ gut durch Psychotherapien lindern. Auch langfristige Effekte lassen sich mit kognitiven Verhaltenstherapien, Entspannungsübungen oder Hypnose erzielen, wie eine internationale Metaanalyse gezeigt hat.

Die medikamentösen Möglichkeiten sind beim Reizdarmsyndrom oder „Colon irritable“ begrenzt. Meist bleibt es bei rein symptomatischen Therapien gegen Schmerzen und Diarrhoe sowie Ratschlägen zu Diät und Lebensführung. Psychotherapien werden nur selten angeboten und zum Teil auch von den Patienten, die von einer organischen Ursache überzeugt sind, abgelehnt.

In die Metaanalyse flossen die Daten von mehr als 2.200 Patienten aus 41 klinischen Studien aus USA, Schweden und Großbritannien ein. Zu den am häufigsten eingesetzten Psychotherapien gehörten kognitive Verhaltenstherapien, Entspannungsübungen und Hypnose. Alle Therapien zeigten eine vergleichbare Wirksamkeit mit einer mittleren Effektstärke von 0,69 (> 0,5 mittlere Effektstärke, > 0,8 starker Effekt). Patienten unter der Psychotherapie berichteten eine stärkere Linderung ihrer gastrointestinalen Symptome als 75% Prozent der Personen unter den verschiedenen Kontrollbedingungen. Auch sechs bis zwölf Monate nach der letzten Sitzung war die Effektstärke noch nicht abgeschwächt. Dies führen die Autoren darauf zurück, dass die Patienten die erlernten Techniken auch alleine weiter anwenden können.

Die Ergebnisse bestätigen die Hypothese, dass psychische Probleme im Sinne einer „Hirn-Darm-Achse“ Auswirkungen auf die Darmfunktion haben. Andersherum kann auch der Darm das psychische Gleichgewicht beeinflussen.

Quellen

  1. Laird KT et al; Short- and Long- Term Efficacy of Psychological Therapies for Irritable Bowel Syndrome: A Systematic Review and Meta-analysis
    Clinical Gastroenterology and Hepatology (2016), doi: 10.1016/j.cgh.2015.11.020
  2. Psychotherapien können Reizdarmsyndrom langfristig lindern
    Deutsches Ärzteblatt.
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