Nach extremem psychischem Stress steigt das Risiko für lebensbedrohliche Infektionen wie Sepsis oder Endokarditis um rund 50 %.

Vermutlich beeinträchtigt starker oder lang anhaltender psychischer Stress nachhaltig das Immunsystem, erläutert Dr. Huan Song vom Department of Medical Epidemiology and Biostatistics am Karolinska Institutet in Stockholm. Gemeinsam mit Kollegen analysierte sie Daten von rund 145 000 Schweden, die im mittleren Alter von 37 Jahren eine akute oder chronische Stressreaktion entwickelt hatten.

Als Vergleichskollektiv dienten 184 612 Geschwister der Patienten und mehr als 1,4 Millionen Individuen aus der Allgemeinbevölkerung. Innerhalb von durchschnittlich acht Jahren nach einer psychischen Stressbelastung stieg das Risiko für eine lebensbedrohliche Sepsis, Endokarditis, ZNS-Infektion oder eine andere potenziell tödliche Infektion im Vergleich zu den Geschwistern um 47 %, zur Allgemeinbevölkerung um 58 %.

Posttrauma­tische Belastungs­störung besonders gefährlich
Das mit 92 % bzw. 95 % höchste Risiko bestand nach einer posttraumatischen Belastungsstörung. Insbesondere jüngeres Alter sowie begleitende psychiatrische Erkrankungen wie Substanzmissbrauch prädisponierten für lebensbedrohliche Infektionen. Die Einnahme von selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern im ersten Jahr erwies sich dagegen als protektiv.

Quelle: Song H et al. BMJ 2019; 367: l5784; DOI: doi.org/10.1136/bmj.l5784

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