Wie sich Arbeitsbedingungen die weibliche Fruchtbarkeitauswirken, haben Forscher untersucht.

Wie wirkt sich die Arbeitsweise von Frauen auf deren Eierstöcke aus? Um dies herauszufinden, untersuchte die Arbeitsgruppe um Dr. Lidia Minguez-Alarcon von der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston 473 Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Am dritten Tag eines neuen Zyklus bestimmten die Forscher bei allen die Menge der Antralfollikel, bei 313 von ihnen die Zahl der Oozyten nach Fertilitätsbehandlung. Alle hatten zudem einen Fragebogen ausgefüllt, der ihre Arbeitsbedingungen umfasste. Frauen, die während der Arbeit schwer schleppten, besaßen durchschnittlich 0,7 Antralfollikel, eine Oozyte und 1,4 ausgereifte Oozyten weniger als diejenigen, die das nicht taten. Teilnehmerinnen mit einem BMI ab 25 kg/m2 oder über 37 Jahre schnitten dabei besonders schlecht ab. Patientinnen, die abends, nachts oder im Schichtsystem arbeiteten, hatten sogar 2,3 reife Eizellen weniger im Vergleich zu Frauen mit einem Tagesjob. Ein Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und dem Level des follikelstimulierenden Hormons oder des maximalen Estradiolspiegels wurde nicht beobachtet. Limitierend sei laut Autoren, dass nur die aktuellen Umstände, aber keine vergangenen erfasst wurden. In einem Kommentar zur Studie moniert Prof. Dr. Alastair Sutcliffe, Institute of Child Health, London, dass die Testosteronspiegel nicht gemessen wurden, die Fertilität und Kraft beeinflussen. Stärkere Frauen würden vermutlich eher körperlich schwere Arbeit verrichten. Dr. Channa Jayasena, Faculty of Medicine, Imperial College London, merkt zudem an, dass sich auch Faktoren wie Gehalt, soziale Bedingungen und Ernährung auf die Fruchtbarkeit auswirken könnten.

Literatur

Minguez-Alarcön L et a I . , Ocup Environ Med 2017; online first