Appetit auf Süßes hat von Zeit zu Zeit fast jeder. Das Naschen beginnt meist ganz harmlos mit dem guten Vorsatz, ein oder zwei Stücke der jeweiligen Leckerei zu essen. Doch wenn die Schachtel mit Schokolade, Keksen oder Konfekt erst einmal geöffnet ist, fällt es schwer, mit dem Essen wieder aufzuhören: schnell werden zwei, drei oder mehr Stücke verputzt und manchmal auch die ganze Packung geleert. Schuld daran ist der in den Süßspeisen enthaltene Zucker: er verstärkt den Appetit auf Süßes und verleitet zu vermehrtem Essen.

Wer kennt nicht das Phänomen der süßen Nachspeise nach einer ausgiebigen Mahlzeit? Obwohl man eigentlich satt ist und das Gefühl hat, nichts mehr essen zu können, "rutscht" das Dessert doch noch und plötzlich ist wieder Platz im Magen. Zucker ist mit rund 400 kcal pro 100 g eine echte Energiebombe und wenn nach häufigem Naschen die Pfunde steigen, meldet sich. auch noch das schlechte Gewissen. Ist Süßen ohne Reue überhaupt möglich? Zum Glück ja!

Süßen ohne Reue mit Honig

Die gute Nachricht: wer mit Honig süßt, braucht nicht zu befürchten, mehr zu essen als er vorhatte. Im Gegenteil: das Naschverlangen sinkt, wenn regelmäßig Honig verzehrt wird. Das liegt daran, dass das Bienenprodukt Zuckerverbindungen enthält, die langsamer vom Darm ins Blut aufgenommen werden als Haushaltszucker und gleichzeitig eine geringere Freisetzung von Insulin bewirken. Hinzu kommt, dass Honig das Spurenelement Chrom enthält. Dieses verbessert die Wirkung des Insulins und führt dazu, dass nicht nur mehr, sondern auch schneller Zucker aus dem Blut in die Körper-, Gehirn- und Nervenzellen aufgenommen und dort in Energie umgewandelt wird. Dadurch werden starke Blutzuckerschwankungen verhindert. Gleichmäßige Blutzuckerwerte entlasten den Zuckerstoffwechsel und verhindern Heißhungergefühle. Auch Diabetiker dürfen Honig essen, wenn sie diesen in Verbindung mit ballaststoffreichen Lebensmitteln, wie z. B. Vollkornbrot, Nüssen oder Getreideflocken, zu sich nehmen. Der gute Start in den Tag Im Alltag müssen wir oft zahlreiche Herausforderungen meistern. Für die erforderliche Gelassenheit sowie für ein gutes Gedächtnis und anhaltende Konzentration benötigen unsere Nervenzellen nicht nur Kohlenhydrate, sondern auch ausreichend B-Vitamine und den Eiweißstoff Cholin. Als Bestandteil von Enzymen hilft Vitamin Bl, in den Nerven- und Körperzellen aus Zucker Energie zu gewinnen. Ein Mangel an Vitamin B1 ist heutzutage weit verbreitet, weil viele Menschen wenig Brot und Getreideprodukte essen oder Backwaren aus hellen Mehlen bevorzugen. Das Nervenvitamin kommt nämlich hauptsächlich in den Randschichten von Getreidekörnern vor. Müdigkeit, Reizbarkeit, Depressionen, Konzentrationsstörungen und häufige Kopfschmerzen sind oft auf eine Unterversorgung mit Vitamin B1 zurückzuführen. Honig enthält neben Vitamin B1 die Eiweißverbindung Cholin. Der Stoff wird für die Bildung von Nervenbotenstoffen benötigt. Der wichtigste Botenstoff für Gedächtnis und Konzentration ist Acetylcholin. Dieses kann nur in ausreichender Menge aufgebaut werden, wenn genügend Cholin zur Verfügung steht. Um im Alltag fit und gut gelaunt zu bleiben, müssen nicht nur die Lebensmittel, sondern auch die Zeitpunkte der Mahlzeiten richtig gewählt werden. Da Gehirn- und Nervenzellen keine Energie- und Nährstoffreserven anlegen können, sind sie auf eine regelmäßige Versorgung am Tage angewiesen. Es reicht also nicht aus, die benötigten Nährstoffe erst abends einzunehmen. Für einen guten Start in den Tag ist das Frühstück besonders wichtig. Ein Frühstückmit Honig ist ideal, weil das Bienenprodukt alle Stoffe enthält, welche Gehirn- und Nervenzellen in Schwung bringen. Das sind neben Kohlenhydraten, Chrom, B-Vitaminen und Cholin zahlreiche weitere Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Eisen, Magnesium sowie pflanzliche Säuren und Farbstoffe.

Honig schützt die Leber

Cholin stärkt nicht nur die Nerven, sondern auch die Leber. Das fleißige Organ muss rund um die Uhr Medikamente, Alkohol und Schadstoffe entgiften und Nahrungsfette verarbeiten. Ist der Fettanteil und die Schadstoffaufnahme in der täglichen Kost zu hoch, verliert die Leber die Fähigkeit, alle Fettstoffe vollständig umzubauen: Fett reichert sich in den Leberzellen an und stört den Ablauf wichtiger Funktionen. Obwohl Cholin in vielen Lebensmitteln vorkommt, ist die mit der Nahrung aufgenommene Menge oftmals nicht ausreichend. Schlechte Leberwerte sind nicht selten die Folge. Bei regelmäßigem Honigverzehr wird die Leber kontinuierlich mit Cholin versorgt. Fettstoffe können dann besser verarbeitet werden und Lebererkrankungen heilen schneller ab. Die Wirksamkeit wird erhöht, wenn Honig in Verbindung mit Topfen oder mit Roter Bete gegessen wird. Honig stärkt die Darmflora Der beste Schutz für die Leber ist eine intakte Darmflora. Diese Kleinstlebewesen sind ein wichtiger Teil des menschlichen Immunsystems und haben großen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden. Verfügt der menschliche Dickdarm über ausreichend wertvolle Darmbakterien, werden weniger Krankheitskeime und Schadstoffe vom Darm ins Blut aufgenommen und die Leber dadurch entlastet. Diese Aufgaben können die Darmbakterien aber nur dann erfüllen, wenn sie in der richtigen Menge und Zusammensetzung vertreten sind. Von den ca. 500 verschiedenen Bakterienarten, die unser Darm beherbergt, gehören die sogenannten Bifidusbakterien zu den wertvollsten. Sie sollten etwa 40 % der gesamten Darmpopulation ausmachen. Infolge einseitiger und unausgewogener Ernährung oder durch Einnahme von Abführmitteln und Antibiotika sinkt der Anteil der Bifidusbakterien im Darm vieler erwachsener Menschen unter 1 %. Honig enthält verschiedene Stoffe, welche der Darmflora guttun. Darmbakterien fühlen sich in einem sauren Milieu besonders wohl. Die im Honig enthaltenen pflanzlichen Säuren erhöhen den Säurewert des Darmes und schaffen den erwünschten Bakterien günstige Lebensbedingungen. Blütenpollen sind Nahrung für die Bakterien und erhöhen gleichzeitig die Durchblutung der Dünndarmschleimhaut. Besonders Joghurtspeisen mit Honig sind geeignet, eine gestörte Darmflora zu regenerieren und Beschwerden wie Blähungen und Darmträgheit entgegenzuwirken.

Honig verbessert die Eisenausnutzung

Voraussetzung für Leistungsfähigkeit, Antriebskraft und starke Abwehrkräfte ist eine ausreichende Versorgung mit Eisen. Das Spurenelement ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Ein Defizit an Eisen führt schnell zu körperlichen und geistigen Leistungseinbußen. Müdigkeit, Erschöpfung, Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche können erste Anzeichen für Eisenmangel sein. Aber auch Haarausfall, brüchige Fingernägel, Kurzatmigkeit und Schlafstörungen können auf ein Defizit an Eisen zurückzuführen sein. Weltweit ist Eisenmangel weit verbreitet und gehört zu den häufigsten Mangelerkrankungen. Das liegt unter anderem daran, dass die Aufnahme von Eisen aus dem Darm in die Körperzellen zahlreichen aufwändigen Regulationsmechanismen unterliegt. Wird das empfindliche Gleichgewicht zwischen Aufnahme und Verlust von Eisen gestört, entwickelt sich in kurzer Zeit ein Mangel an dem wichtigen Spurenelement. Honig trägt dazu bei, die Eisenaufnahme über die Nahrung zu steigern. So wird z. B. das im Honig enthaltene Eisen durch die gleichzeitige Anwesenheit von Vitamin C in eine besonders gut verwertbare Form überführt und in höherer Menge vom Darm ins Blut aufgenommen. Der Übergang des Eisens aus der Blutbahn in die Körperzellen wiederum wird durch pflanzliche Farbstoffe des Honigs begünstigt. Schlusswort Immer wieder wird behauptet, dass der Vitamin- und Mineralstoffgehalt im Honig zu gering sei, um eine wirkliche Bedeutung für die Gesundheit zu haben. Für die Auswirkung eines Lebensmittels auf das Wohlbefinden ist jedoch nicht ausschließlich die Menge der enthaltenen Nährstoffe entscheidend, sondern die gesamte Zusammensetzung. Honig enthält eine Vielzahl verschiedener Inhaltsstoffe, die sich in ihrer positiven Wirkung auf den menschlichen Stoffwechsel ergänzen. Das Bienenprodukt ist daher ein ideales Süßungsmittel und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag in einer abwechslungsreichen und gesunden Ernährung. Die gesundheitlichen Wirkungen des Honigs können am besten genutzt werden, wenn das Bienenprodukt täglich gegessen wird.